BGF und BGM
Betriebliche Gesundheitsförderung oder Betriebliches Gesundheitsmanagement?
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist per Definition des Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft:
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die systematische und nachhaltige Steuerung und Optimierung von Strukturen und Prozessen für die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation durch das Unternehmen und aller darin Beschäftigten mit dem Ziel, die individuelle und organisationale Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten und/oder zu verbessern. BGM ist als Führungsaufgabe in dessen Management integriert, zeichnet sich durch die systematische Verschränkung der drei Handlungsfelder Arbeitnehmer:innenschutz, Betrieblicher Gesundheitsförderung und Betrieblichem Eingliederungsmanagement auf allen Ebenen des Unternehmens aus und trägt durch die kontinuierliche Umsetzung der daraus resultierenden Maßnahmen zum Erfolg des Unternehmens bei.
Eine weitere Einteilung von BGM kann wie folgt gesehen werden:
Einzelmaßnahme:
Gesundheitsförderung im Betrieb, sogenannte Einzelmaßnahmen, sind in Österreich sehr verbreitet. Dabei versteht man BGF-Maßnahmen ohne vorhergehende Bedarfsanalyse, Definition von Zielen und anschließender Evaluation.
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF):
Im Rahmen der BGF wird nicht nur am Verhalten der einzelnen Mitarbeiter:innen angesetzt, vielmehr werden langfristig gesundheitsförderliche Strukturen und Arbeitsbedingungen geschaffen. Im Fokus der BGF steht eine gesundheitsfördernde Gestaltung der Arbeit, die sowohl am Verhalten als auch an den Verhältnissen ansetzt. Im Rahmen von Projekten wird ein qualifiziertes Team zusammengestellt, Zielstellungen formuliert und nach Durchführung die geplanten Maßnahmen bzw. das gesamte Projekt evaluiert.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM):
BGM ist ein strategisches Gesamtkonzept. Dabei werden sichere und gesunde Arbeits- und Organisationsbedingungen geschaffen, sowie Mitarbeiter:innen zu einem gesundheitsbewussten Verhalten befähigt. Dies erfolgt durch eine dauerhafte Integration in betriebliche Routinen und die Verbindung der Ansätze des Abeitnehmer:innenschutzes, der Betrieblichen Gesundheitsförderung und der Betrieblichen Wiedereingliederung. So zielt BGM darauf ab, durch nachhaltige Strukturen und Prozesse die BGF dauerhaft voranzutreiben.
Kaminsik, Martin (2013). Betriebliches Gesundheitsmanagement für die Praxis. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
Blattner, A. & Mayer, M. (2018). Handbuch Betriebliche Gesundheitsförderung (5. Aufl.). Österreichisches Netzwerk für BGF.